• Nadia

Achtsam ausmisten und Ordnung schaffen –inklusive Checkliste für deinen Frühjahrsputz

Aktualisiert: Juli 20




Vielleicht kannst du dich nur schlecht konzentrieren, wenn auf deinem Schreibtisch Chaos herrscht. Oder hast Mühe damit zu meditieren, deine Yogaübungen zu machen oder dich in ein Buch zu vertiefen, wenn es um dich herum unordentlich ist.

Das ist nicht verwunderlich. Denn bewusst oder unbewusst beschäftigen dich die Dinge um dich herum. Dorthin, wo deine Aufmerksamkeit geht, fliesst auch deine Energie.

Was passiert also, wenn wir uns Zuhause mit Gegenständen umgeben, die wir nicht mehr nutzen, brauchen oder mögen? Sie wirken ähnlich auf unser Haus wie Schadstoffe auf unseren Körper. Sie blockieren den natürlichen Energiefluss und mindern dadurch unsere Lebensenergie. Wir fühlen uns schlapp, antriebslos und werden im schlimmsten Fall krank.

Es gibt zwar noch keine Studien darüber, wie sich eine aufgeräumte Umgebung auf unsere Psyche auswirkt, aber die Psychologin Natalia Ölsböck drückt das folgendermassen aus: „Es gibt eine große psychologische Komponente beim Frühjahrsputz und Ordnungschaffen. Wir empfinden das auch in der Seele als Wohlgefühl und fühlen uns innerlich stärker und geordneter.“

Indem du also konsequent ausmistest und dich von alten Sachen befreist, machst du dein Zuhause zur Kraftquelle. Schaffst Platz für frische Energie und Leichtigkeit. Erschaffst dir einen Ort, an dem du wieder frei atmen kannst und dein Geist expandieren darf. Denn erst wenn wir Raum schaffen, kann Neues überhaupt entstehen.

Wie du achtsam und in deinem Tempo ausmisten und Ordnung schaffen kannst, erfährst du in diesem Artikel.


Ordnung schaffen leicht gemacht


Du weisst nicht, wie du beginnen sollst? Befürchtest, dass du dich von vielem nur schwer trennen kannst? Du kannst dich beim Aufräumen und Ausmisten an zwei Grundregeln halten: Wirf systematisch alles weg, was dir nicht mehr dient, und entsorge ausserdem all das, was dir keine Freude mehr bereitet (Marie-Kondo-Methode).

Eine andere Sache ist natürlich die Zeit. Neben der üblichen Hausarbeit, deinem Job und der Kinderbetreuung jetzt auch noch eine grosse Aufräumaktion starten? Das Geheimnis liegt darin, sich Etappenziele zu setzen. Genau dabei hilft dir meine Checkliste.

Bevor ich dir konkrete Tipps für die einzelnen Räume an die Hand gebe, möchte ich dir zeigen, wie du aus deinem Frühjahrsputz oder deiner Aufräumaktion eine entspannte Sache machst und vielleicht sogar noch etwas über dich selbst lernst.


Achtsam ausmisten – Denn Ordnung beginnt in deinem Kopf

  • Wir verändern uns täglich, aber die Dinge, die uns umgeben, begleiten uns oft über viele Jahre oder Jahrzehnte. Passen deine Einrichtung und Besitztümer zu deiner heutigen Persönlichkeit? Oder repräsentieren sie ein altes Ich aus einer vergangenen Lebensphase?

  • Nimm dir nicht zu viel auf einmal vor. Auch wenn die beste Freundin oder die Nachbarn scheinbar ein Wochenende durchpowern und das Grossreinemachen schnell abhacken können: Lass dir die Zeit, die du brauchst.

  • Falls du beruflich sehr viel mit dem Kopf arbeitest, kannst du das Entrümpeln als kleine Meditation nutzen, um zur Ruhe zu kommen – anstatt den Abend vor dem Fernseher zu verbringen. Verbinde das Nützliche mit dem Schönen: Mach dir einen Tee, höre entspannende Musik und geniesse die Ruhe.

  • Versuch nicht, jeden Zentimeter in den Schränken und Regalen wieder zu füllen. Freie Ecken, Wände und Böden schaffen Ruhe und Leichtigkeit – auch und gerade in deinem Kopf.

  • Geh gründlich vor: Räume Schränke, Regale und Schubladen aus und putze sie von innen, bevor du alle Dinge, die du behalten möchtest, in das Möbelstück zurückstellst oder -legst.

  • Wirf alles weg, was dir keine Freude bereitet, selbst wenn du denkst, es könnte dir irgendwann nützlich sein. (aus The Magic Cleaning - Marie Kondo)

  • Finde für alles, was es verdient hat zu bleiben, einen geeigneten festen (!) Platz. Das hilft dir, langfristig Ordnung zu halten. (aus The Magic Cleaning -Marie Kondo)

  • Mach dir bewusst, was du besitzt, damit du Neuanschaffungen sinnvoll planen kannst und den Verkaufsstrategien der Einkaufshäuser weniger ausgeliefert bist.


Hier nun meine Checkliste, die dir hilft, systematisch und Schritt für Schritt aufzuräumen:


Aufräumen mit System – Checkliste

1. Küche ausmisten

  • Töpfe: Sortiere beschädigte oder seit Jahren ungenutzte Töpfe aus. Wie viele Kochtöpfe und Pfannen in derselben Grösse benötigst du wirklich? Wie viele kannst du überhaupt gleichzeitig nutzen?

  • Küchenutensilien: Welche Küchenhelfer brauchst du? Welche besitzt du mehrfach? Gibt es Tools, die dir die Arbeit gar nicht erleichtern, z.B. stumpfe Messer, schwergängige Dosenöffner etc.?

  • Küchengeräte: Rührgerät, Mixer, Pürierstab, Multifunktionsgeräte, Brotbackmaschine, Reiskocher … Bestimmt hast du auch einige komplexere Küchenmaschinen, die zum Teil das Gleiche können und meistens eine Menge Platz in den Schränken und auf der Arbeitsfläche einnehmen. Welche davon würdest du vermissen, wenn du sie entsorgen müsstest?

  • Gewürze: Wie lange stehen deine Kräuter und Gewürze schon im Regal? Schaffe dir einen Überblick darüber, welche du mehrmals in deiner Gewürzsammlung hast. Überprüfe das Haltbarkeitsdatum.

  • Vorräte: Wirf alles weg, was abgelaufen ist, und verbrauche angefangene Verpackungen, bevor du neue anbrichst. Für mich hat es sich bewährt, alle Grundnahrungsmittel wie Pasta, Reis, Linsen, Haferflocken etc. in Glasvorratsdosen in einem offenen Regal aufzubewahren. Dies hat zum einen den Vorteil, dass ich immer den Überblick über meinem Vorrat habe, und ist zum anderen mottensicher.

  • Alufolie, Backpapier, Tüten und Co.: Löse deine Tütensammlung auf und sichte alle Verpackungsmaterialien, die du besitzt.

  • Geschirr: Sind deine Küchenschränke so vollgestopft, dass kaum noch Platz ist? Wie viele Gedecke benötigst du im Alltag?

  • Kühlschrank und Gefriertruhe: Wann hast du das letzte Mal ganz tief in deinen Kühlschrank geschaut? J Befinden sich darin womöglich abgelaufene Sossen, Senftuben, Cornichons oder Ähnliches? Für die Gefriertruhe gilt das Gleiche. Ausserdem solltest du überprüfen, ob es mal wieder an der Zeit ist, den Gefrierschrank abzutauen.

2. Badezimmer entrümpeln

  • Kosmetikprodukte: Wie vollgestopft ist dein Bad mit angefangenen Kosmetikprodukten? Kannst du Feuchtigkeitscremes, Shampoos und Seifen aufbrauchen, bevor du die nächsten aufmachst? Benötigst du alle Lippenstifte, Lidschatten, Pinsel und Co., die du über die Jahre angesammelt hast?

  • Handtücher: Brauchst du wirklich so viele Handtücher und Waschlappen oder kommst du auch mit weniger aus?

3. Schlafzimmer aufräumen

  • Bettwäsche: Magst du all deine Bettbezüge oder kannst du dich mit Leichtigkeit von ein paar Exemplaren von früher verabschieden?

  • Nachttisch: Wie sieht es auf und in deinem Nachttisch aus? Kommst du gut zur Ruhe und gefällt dir, was du dort siehst, wenn du morgens die Augen aufschlägst?

4. Kleiderschrank ausmisten und aufräumen

Atme tief durch und bleib ruhig. Das Projekt Kleiderschrank gehört zur Königsklasse des Aufräumens. So gehst du systematisch beim Aussortieren deiner Klamotten vor:

Nach Themen sortieren

Wenn du sehr viel Kleidung hast, nimm dir pro Aufräumsession jeweils ein Thema vor: Du kannst bspw. an einem Tag deine Hosen aussortieren, am nächsten die Blusen und an einem anderen Tag Sockenpaare ordnen und entsorgen.

Konmari-Methode anwenden

Fang besser nicht an, jedes Kleidungsstück anzuprobieren. Du kannst eine Menge Zeit sparen, indem du intuitiver vorgehst: Nimm jedes Kleidungsstück in die Hand und fühle in dich hinein. Bereitet es dir Freude? Ziehst du es gerne an? Falls nicht, ist auch die Frage, ob es passt, überflüssig. Mit der Konmari-Methode bist du schneller und verringerst das Risiko, Kleidungsstücke nur zu behalten, weil sie dir passen. Denn was nützt es, diese aufzubewahren, nur damit sie ein Jahr später wieder ungetragen im Schrank zu finden sind? Da spreche ich aus eigener Erfahrung.

Ordnung halten mit der richtigen Falttechnik

Die Konmarie-Methode ist auch fürs Aufbewahren von T-Shirts, Hosen etc. hilfreich. Auf YouTube findest du zahlreiche Videos, die die Falttechnik genau erklären. Die Methode hilft dir, Ordnung zu halten, weil du bequem ein T-Shirt herausziehen kannst, ohne dass dir – wie bei den klassisch gestapelten Kleidertürmen – gleich alle anderen T-Shirts entgegenkommen. Ausserdem behältst du so leicht den Überblick, weil kein T-Shirt in der hintersten Schrankecke verschwindet und in Vergessenheit gerät.

5. Arbeitsplatz optimieren

  • Schreibtisch: Kannst du konzentriert arbeiten oder stiehlt dir die Unordnung auf deinem Schreibtisch den Fokus? Sind alle Stifte noch funktionstüchtig? Wie nutzt du die Schubladen? Liegen Büromaterial und Kleinkram wie Büroklammern, Stifte, Batterien und Münzen darin wild durcheinander? Definiere, was du in deiner Korpusschublade haben willst. Finde für alles, was du benötigst, einen geeigneten Platz und wirf alles Überflüssige weg! Ich empfehle dir, selbst für kleine Dinge wie Büroklammern, Batterien und Stecknadeln jeweils einen festen Platz festzulegen. So hast du immer alles mit einem Griff parat. (evtl. Bilder)

  • Aktenordner: Wann hast du zum letzten Mal deine Aktenordner ausgeräumt? Können alte Dokumente entsorgt werden?

6. Wohnzimmer aufräumen

  • Bücher und Zeitschriften: Passt deine Bücher- und Zeitschriftensammlung noch zu dir und deinen Interessen? Oder bist du längst aus ihnen herausgewachsen?

  • DVDs und CDs: Dank Streamingdiensten haben wir scheinbar unendlichen Zugang zu unseren Lieblingsfilmen, Musik, Hörspielen und Audio-Büchern. Nutzt du deine vorhandenen Ton- und Bildträger noch?

  • Deko und Wohnaccessoires: Fühlst du dich wohl mit den Bildern, Schalen, Dekofiguren, Sofakissen und sonstigen Dekoelementen? Machen sie dein Wohnzimmer gemütlicher oder sind sie nur noch Staubfänger?

  • Möbel: Wir gewöhnen uns an Dinge, die wir besitzen. Der Trennungsschmerz ist besonders gross, wenn wir irgendwann viel Geld für sie ausgegeben haben. Aber Hand aufs Herz: Das schicke, aber unbequeme Sofa, der Designertisch, der zu niedrig ist, die Lampe, an der wir uns ständig stossen – sie alle machen dir deinen Alltag schwer. Trenne dich von diesen Energieräubern!


Auf Dauer Ordnung halten


Mit dem Ausmisten und Entrümpeln ist es wie mit einer Detoxkur für deinen Körper. Es bringt wenig, einmal im Jahr Rundumputz zu machen, um danach wieder in kleine Sünden zu verfallen. Wie kannst du also langfristig Ordnung in deiner Wohnung halten?

Nutze die Zeit während du dir z.B. dein Frühstücksei oder deinen Morgenkaffee kochst, um aufzuräumen.

Stelle angelesene Bücher zurück ins Regal, räume das Geschirr in der Küche ab oder lege deine Hose zurück in den Schrank. Achte darauf, dass alle Gegenstände einen festen Aufbewahrungsort haben.

Damit du langfristig nicht wieder unnötigen Besitz anhäufst, kaufe achtsam ein. Du könntest zum Beispiel Kaufimpulsen widerstehen und erst mal eine Nacht darüber schlafen. Wenn der Wunsch nach dem neuen Küchenutensil oder dem neuen Kleid am nächsten Tag immer noch nicht verblasst ist, dann schlag ruhig zu.



Das Wichtigste beim Aufräumen: Einen Anfang finden


Ich hoffe, meine Tipps helfen dir, deine Wohnung auszumisten und dauerhaft Ordnung in deinem Zuhause zu schaffen. Vielleicht fällt es dir mit meiner Checkliste auch einfacher, Schritt für Schritt mit dem Frühjahrsputz zu beginnen. Denn wie einer meiner Lieblingssprüche besagt: „The best way, to get something done, it’s to begin.“


Falls du den Energiefluss in deiner Wohnung darüber hinaus stärken willst, kannst du dich gerne für ein kostenloses Erstgespräch bei mir melden und wir schauen gemeinsam, was ich für dich und dein Zuhause tun kann.





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Nadia Vitali

Architektin MSc ETH

Vasati-Wohnberaterin

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